Auf die Pfoten, Fertig, Go! Ein Hauch Alaska im Süden Deutschlands

Unterjoch_Huskyrennen2017_Start
Auf die Pfoten, fertig, los! (Foto: Chrisysreiseblog, 2017)

Die Luft ist ist kalt und klar. Der Schnee glitzert. Die Sonne strahlt hell und freundlich vom eisblauen Himmel. Und der Atem von 12 Hunden schwebt wie kleine Wölkchen vor ihren Schnauzen. Plötzlich wird die beschauliche Stille durch übermütiges Hundebellen zerschnitten. Sie ziehen und zerren an ihren Geschirren, springen auf und ab, wollen endlich los. Dann endlich zählt der Countdown herunter und der Startschuss fällt. Jetzt geht’s los – und plötzlich herrscht wieder Stille. Nur das leise Tapsen der Pfoten im Schnee und das Rauschen, wenn der Hundeschlitten durch den Schnee gleitet. Ein Gefühl von Freiheit und Abenteuer liegt in der Luft.

Unterjoch_Huskierennen_Strecke_2017
Atemberaubende Augenblicke an der Strecke (Foto: Chrisysreiseblog, 2017)

Der Trail, dem die Hunde folgen werden, führt auf einem anspruchsvollen Kurs durch eine wunderschöne Landschaft. Als Zuschauer kann man problemlos einige Kilometer neben der Strecke mitlaufen. Solange man die Gespanne nicht behindert oder gar einen eigenen Hund bis direkt an die Strecke mitnimmt, ist alles gut 🙂

img_2801.jpg
Siberian Huskies im Vierspänner (Foto: Chrisysreiseblog, 2017)

Das Ziel liegt wenige Meter neben dem Start. Naturgemäß warten dort ab der Mittagszeit begeisterte Zuschauer und jubeln mit den Teams. Wenn die Hundegespanne hier ankommen, haben sie eine Strecke von 5 bis 18,5 Kilometern, je nach Anzahl der Hunde im Gespann, zurückgelegt.

Unterjoch_Huskyrennen_Startvorbereitung
Unbändige Vorfreude auf den Start (Foto: Chrisysreiseblog, 2017)

Vom 20.-22. Januar 2017 wurde der beschauliche kleine Ort Unterjoch bei Bad Hindelang in den Allgäuer Alpen zum Schauplatz dieser Teamarbeit von Tier und Mensch. Tier und Mensch? Richtig. Denn wenn die Hunde keine Lust zum Laufen haben, dann tun sie es auch nicht. Was diese Hunde auszeichnet, ist der Desire to Go, also der unbedingte Wille zum Laufen.

Um eines klar vorweg zu sagen: ich bin ein Gegner davon, Tieren unseren Willen aufzuzwingen. Bevor ich den Schlittenhundesport zum ersten Mal selbst gesehen habe, dachte ich auch, dass die Hunde dazu gezwungen werden. Das Gegenteil ist aber der Fall: diese Hunde wollen rennen, sie sind wie Athleten, die ihr tägliches Workout brauchen, um glücklich und ausgeglichen zu sein.

Unterjoch_Huskyrennen_Landschaft
Traumlandschaft am Oberjoch – schöner kann der Winter nicht mehr sein (Foto: Chrisysreiseblog, 2017)

Bereits im 19. Jahrhundert wurden Schlittenhunde in Grönland und Nordamerika genutzt, um von Ort zu Ort zu kommen. Oder denken wir an das Wettrennen der Expeditionen von Scott und Amundsen zum Südpol – da waren die extrem robusten Schlittenhunde ein klarer Vorteil vor den Motorschlitten.

Huskies sind für mich unfassbar schöne Tiere. Mit oftmals eisblauen Augen schauen Sie dich an, du spürst das weiche, flauschige Fell in deinen Händen und sofort fühlst du diese innige Vertrautheit. Auch wenn Siberian Huskies gerne als „Wolfshunde“ bezeichnet werden, sind sie sicher weder menschenscheu noch angriffslustig. Für mich sind sie, ebenso wie die Samojeden, und Alaskan Malamutes, die man hier am Unterjoch jedes Jahr bewundern kann, einfach nur großartige Tiere, die ich wahnsinnig gerne habe.

Unterjoch_Huskyrennen_Malamute
Knuffig wie ein Teddy, stark wie Löwe: ein Alaskan Malamute (Foto: Chrisysreiseblog, 2017)

In einem Gespann ist der Musher die Bezugsperson für die Hunde. Er sagt wo’s lang geht und zeigt Richtungs- oder Tempowechsel seinem Leithund oder dem Leitduo ganz vorne über bestimmte Kommandos an. Hinter dem Leithund kommen in der paarweisen oder Double-File-Anspannung die Swinger oder Swing-Dogs. Direkt vor dem Schlitten sind die Wheeler oder Wheel-Dogs angespannt. Leithunde zeichnen sich vor allem durch ein ausgeprägtes Orientierungs- und Erinnerungsvermögen, körperliche und mentale Kraft, ein sehr enges Verhältnis zum Musher und ein hohes Motivationsvermögen für das Team aus. Wheel-Dogs dagegen müssen vor allem körperlich kräftig sein. Sie sind aber oft auch eigensinnige Hunde, die normalerweise gerne eigene Wege gehen. Swing-Dogs sind oft junge Hunde, die sich an das Laufen im Gespann gewöhnen müssen und mental und körperlich normal belastbar sind. Hier am Unterjoch laufen Teams mit einem und bis zu zwölf Hunden.

Und richtig witzig war meine Begegnung mit einem jungen Mann aus Rom. Kann man in Rom Huskies halten? Ist das Wetter im Sommer nicht viel zu heiß? „Keine Sorge“, beruhigte er mich, „mein Bruder, der hier teilnimmt, kommt aus Südtirol. Ich helfe nur der Familie für diesen Wettkampf.“ Ach ja, und Humor hatte er auch. Auf meine Frage, ob ich diesen einen Hund anfassen dürfe, meinte er: „Ja, 5 Euro.“ Kurz Stille. Dann schallendes Gelächter. Und hier das Ergebnis:

Unterjoch_Huskyrennen_2017
Zwei, die sich gefunden haben (Foto: Chrisysreiseblog, 2017)

Übrigens: Um die Pfötchen vor Verletzungen zu schützen, tragen manche Hunde Booties, sozusagen kleine Stiefelchen. Das sieht total nett aus, ist aber keine optische Entscheidung.

img_3048.jpg
Große Eisblumen – eine Besonderheit des kalten Januar 2017 (Foto: Chrisysreiseblog, 2017)

Und wer jetzt Lust auf Abenteuer in freier Wildbahn bekommen hat: Kommendes Jahr findet das Internationale Schlittenhunderennen in Bad Hindelang/ Unterjoch bei guter Schneelage am 20. und 21. Januar 2018 statt. Ich hoffe, dass es wieder so traumhaft schön wird wie 2017.

OK, und weil ich leider kein Hundeexperte bin, hoffe ich, dass ich das alles richtig beschrieben habe. Falls aber jemand etwas ergänzen oder korrigeren möchte, nur zu. Ich freue mich über eure Kommentare – natürlich auch, wenn euch der Blog einfach gut gefallen hat.

Advertisements

Der Dachstein – Winterfreude auch im Sommer

Österreich_Dachsteinmassiv
Das Dachsteinmassiv mit Torstein, Mitterspitz und Hohem Dachstein (Foto: Chrisysreiseblog, 2017)

Das Dachsteinmassiv in den Nordalpen war für mich auf meiner Reise durch Österreich im Juli 2017 ein absolutes Highlight. Hier bin ich zum ersten Mal auf einem Gletscher gewandert – und natürlich gleich mit einem Fuß eingebrochen – ja, ich nenne es mal eine Gletschertaufe für den linken Fuß bis zum Knie 😉 Macht nix, weiter geht’s.

Mehrere Routen für Bergwanderer, aber auch Klettersteige und Kletterrouten und ein Skigebiet ziehen jedes Jahr ein hohe Zahl Besucher an. Für mich jedoch ist es der weite, fantastische Ausblick über Ländergrenzen hinweg, der zum Innehalten und Genießen einlädt.

img_3161.jpg
Talstation der Dachstein-Seilbahn (Foto: Chrisysreiseblog, 2017)

Die Südwände des Dachsteinmassivs sind die bekannteste Ansicht, denn so sieht man die drei Gipfel Torstein, Mitterspitz und Hoher Dachstein von links nach rechts in einem herrlichen Panorama. Der Hohe Dachstein ist mit 2.995 Metern der höchste der drei – sowie der Steiermark und Oberösterreichs. An das Dachsteinmassiv grenzen mehrere Gletscher an, so zum Beispiel der Hallstätter Gletscher nördlich des Hauptgipfels oder der Dachstein Gletscher.

Der einfachste Weg hinauf auf den Berg ist eine Fahrt mit der Gondel. Die Talstation Türlwand der Dachstein Südwandbahn erreicht ihr über die Dachsteinstraße von Ramsau am Dachstein aus. Da die Region Hallstatt-Dachstein/ Salzkammergut seit 1997 UNESCO-Weltkulturerbe und zusätzlich Naturschutzgebiet und Landschaftsschutzgebiet ist, wird für die Straße zur Talstation eine Maut fällig. Besucher des Dachsteins können das Ticket aber in der Bergstation an einem Automaten kostenfrei entwerten. Es fährt auch ein RVB Bus regelmäßig zur Talstation und zurück nach Schladming.

Österreich_Dachstein_Gondelauffahrt
Dachsteingondel mit tollem Talblick in die Ramsau (Foto: Chrisysreiseblog, 2017)

Die Fahrt in der Panoramagondel zum 2.700 Meter hohen Hunerkogel dauert ca. 10 Minuten. Nichts für schwache Nerven ist die Plattform auf dem Dach mancher Gondeln, wer sich aber traut, wird unvergessliche Momente teils ganz nah am Felsen erleben. Übrigens: wenn ihr in der Region mindestens 3 Nächte im Hotel verbringt, könnt ihr mit der Dachstein Card einmal kostenfrei die Gondel nutzen. Ansonsten kostet die Berg- und Talfahrt für einen Erwachsenen etwa 40 Euro. Während der Ferienzeiten solltet ihr einen Platz in der Gondel über die Website reservieren, sonst kann es zu längeren Wartezeiten kommen.

Österreich_Dachstein_Sky-Walk
Der Sky Walk – Gitterboden trifft Glasboden (Foto: Chrisysreiseblog, 2017)

Wichtig für die Vorbereitung: Nehmt euch bitte warme Sachen, eine Mütze, evtl. Handschuhe, stabile Wanderschuhe und eine Sonnenbrille mit. Es gibt immer wieder Leute, die sich vom schönen, warmen Wetter im Tal dazu verleiten lassen, auf dem Berg das gleiche Wetter zu erwarten. Auf dem Gletscher läuft man aber nun mal nicht mit Flip Flops, kurzen Hosen und T-Shirts (alles schon gesehen!) herum. Die große Schneefläche oben auf dem Gletscher kann bei Sonne enorm blenden, Schutz für die Augen ist also definitiv wichtig. Ach ja, Kinderwägen sind keine gute Idee, also besser Tragegurte für die Kleinen verwenden.

Österreich_Dachstein_Gletscher
Auf dem Gletscher – Blick auf den Gjaidstein (Foto: Chrisysreiseblog, 2017)

Von der Bergstation aus führen verschiedene Wandertouren zur Dachsteinwarte (Route #2), zum Hohen Dachstein (#3 und #4) und zum Hohen Gjaidstein (#1). Dafür solltet ihr je nach Tour eine bis vier Stunden einplanen. Da man praktisch die gesamte Zeit im Schnee läuft und Wind und Wetter sich innerhalb von Sekunden ändern können, solltet ihr auf jeden Fall wetterfest gekleidet sein. Ich habe in den etwa 5 Stunden auf dem Berg alles erlebt von blauem Himmel mit Sonnenschein bis hin zu dichten Wolken, die rasend schnell vom Tal herauf zogen und die Sichtweite auf 1-2 Meter beschränkten. Ich bin Mitte Juli morgens gegen 9:30 Uhr hinauf und gegen 15 Uhr wieder hinunter gefahren.

img_2651.jpg
Blick auf den Großen Koppenkarstein (Foto: Chrisysreiseblog, 2017)

Wenn euch die Höhe ebenso wenig schreckt wie mich, nehme ich euch gerne noch weiter mit auf die Tour atemberaubender Dachsteinerlebnisse. Da wäre zunächst direkt an der Bergstation der frei zugängliche „Sky Walk“ – eine Aussichtsplattform, teilweise mit Glasboden. Der Blick in 250 Meter Tiefe an der Steilwand des Hunerkogels entlang, ist für viele einfach schön, mancher traut sich jedoch nicht so recht bis vor an das Geländer. Habt ihr den „Sky Walk“ ohne Probleme gemeistert, kommt die nächste Stufe des Nervenkitzels: die „Dachstein Hängebrücke„. Euch erwarten 1 Meter Breite, 100 Meter Länge vor und 400 Meter unter euch! Viele Leute stehen am Drehkreuz und ringen mit sich – interessanterweise sind hier nach meiner Beobachtung die Frauen mutiger als die Männer. 😉 Wer sich traut, wird mit dem großartigsten Rundumberg- und Talblick belohnt, den man sich wünschen kann. Für mich war es keine Frage, da musste ich hin! Getoppt wird dieser Anblick nur noch durch die „Treppe ins Nichts„. Das ist der Punkt, an dem wirklich Adrenalin ins Spiel kommt. Stellt euch vor: eine Glastreppe, ihr und unter euch der Abgrund in seiner ganzen Schönheit und Faszination. Die 14 Stufen auf das Podest habe ich intensiv und sehr bewusstest erlebt und genossen. Es waren Schritte, die mir auch sehr viel über mich selbst gezeigt haben. Manchmal muss man die eigenen Grenzen herausfordern, um zu wissen, wo man wirklich steht.

img_3163.jpg
Die Dachstein Hängebrücke (Foto: Chrisysreiseblog, 2017)

Von der Hängebrücke kommt ihr weiter in den „Eispalast„, der in den Dachstein Gletscher geschlagen wurde. Drinnen erwarten euch ungefähr 6 Meter unter der Eisoberfläche bei fast konstanten -2*C farbig beleuchtete Eisskulpturen, die euch auf eine ganz eigene Reise durch die Steiermark einladen. Alle, die sich nicht auf die Hängebrücke getraut haben, können den Eispalast auch „auf dem Landweg“ 🙂 erreichen.

Österreich_Dachstein_Treppe-ins-Nichts
Wolken ziehen vom Tal herauf – vorbei an der Treppe ins Nichts (Foto: Chrisysreiseblog, 2017)

Stärken könnt ihr euch im Gletscherrestaurant an der Bergstation. Hier gibt es heiße und kalte Getränke, warme Speisen und Kuchen.

Und wenn ihr einfach mal schauen wollt, ob euch dieser Ausflugstipp ebenfalls zu einer Reise verleitet: die ZDF-Serie „Die Bergretter“ spielt genau hier, am Dachstein, in Ramsau, in der wunderschönen Steiermark. Für einen Bergfan wie mich ist die Serie immer wieder wie ein Zurückkehren an diesen wunderbaren Ort. Ich bin schon auf die neue Staffel ab Mitte November 2017 gespannt.

Mailand – Mode, Models und Madönnchen

Mailand_Mode
Farben, Schnitte, Lifestyle – Mailand (Foto: Chrisysreiseblog, 2017)

Mamma Mia – Bella Italia ist hier definitiv ein Understatement! Perfekt gestylte Menschen begegnen dir auf den Straßen, in Cafés, beim Einkaufen und im Hotel. Kein Wunder, Mailand ist eine Modediva. Wer im Modegeschäft etwas auf sich hält, hat ein Geschäft auf der Via Monte Napoleone oder wenigstens im Quadrilatero d‘oro della Moda, dem goldenen Viereck der Mode. Es entspricht einem Teil des Stadtzentrums, das von der Via Monte Napoleone, Via Alessandro Manzoni, Via della Spiga und dem Corso Venezia eingesäumt wird.

Also Ragazzi, los geht’s. In Mailand ist man erst dann wirklich angekommen, so scheint es zumindest zu Beginn, wenn man mindestens eine Einkaufstasche an jeder Hand hat 🙂

Mailand_Tram
Wer müde ist vom Shoppen, fährt einfach mit der Tram (Foto: Chrisysreiseblog, 2017)

Die Via Monte Napoleone ist die berühmteste, teuerste und angesagteste Adresse in Mailand, um exklusive Mode zu kaufen. Es geht aber auch günstiger, z. B. auf dem Corso Vittorio Emanuele II. Hier findet ihr Sachen, die in etwa zwei Jahren in Deutschland aktuell sein werden. Witzig ist natürlich auch, dass man bei uns daheim Dinge sieht, die „in“ sind, die hier keiner mehr macht, z.B. hochgekrempelte Hosenbeine, damit man die Fußknöchel sieht oder das Oberteil nur am Bauch in den Hosenbund zu stecken. 😉

Mailand_Schuhe
Wer das Besondere sucht, ist hier richtig (Foto: Chrisysreiseblog, 2017)

Bummeln macht Appetit, und so finden sich in der ganzen Altstadt viele Lokale mit typischer italienischer Küche, Eisdielen und Bistros. Man kann natürlich auch das Leben genießen ohne zu essen. 🙂 Ein typisches Bild sind Menschen, die zusammen einen Aperol Sprizz trinken und plaudern. Dazu werden meist kleine herzhafte Snacks gereicht; in vielen Restaurants selbst gebackene Kartoffenchips, in anderen Pizzabrot, Nüsse, und mein absoluter Favorit: Oliven.

Es gibt auch großartige Cafés und Pasticcerias, sozusagen Cafés mit Konditorei. Setzt euch einfach mal nicht wie in Deutschland an einen Tisch, sondern trinkt euren Espresso, Cappuccino oder was ihr wollt am Tresen, denn dort spielen die interessanten Geschichten. Vielleicht auch wichtig zu wissen für Italienrookies: Der Kaffee dort kostet im Stehen einen Bruchteil dessen, was er am Tisch kostet. Wer also ungute Überraschungen vermeiden möchte, beherzigt das am besten. Man bezahlt übrigens erst und geht mit dem Bon dann zum Barista.

Mailand_Dom_Gesamtansicht
Groß, gotisch, genial – und aus Marmor: der Mailänder Dom (Foto: Chrisysreiseblog, 2017)

Um die gute Küche nicht als Hüftgold anzusetzen und womöglich zu Hause nicht in die frisch gekauften Klamotten zu passen, sollte zu einem Besuch in Mailand auch ein wenig Kultur und Architektur zu Fuß gehören. Allem voran geht der Mailänder Dom, der Duomo Santa Maria Nascente auf der Piazza del Duomo. Er ist zweifelsohne das Wahrzeichen Mailands und wird meist gleich an zweiter Stelle genannt, wenn man Leute fragt, was sie mit Mailand verbinden. Der Dom ist nach dem Petersdom in Rom mit knapp 107 Metern Höhe und etwa 11.000 Quadratmetern Grundfläche die zweitgrößte Kirche in Italien (wenn man beim Vatikanstaat ein Auge zudrückt ;-)) und die drittgrößte katholische Kirche der Welt. Ganz und gar ein Kontrast ist da die winzig kleine, vergoldete Madonna auf dem Vierungsturm. Die Mailänder nennen sie „Madonnina“, also „Madönnchen“. Seht ihr sie? Man muss ganz genau schauen…

Mailand_Domplatz
Piazza del Duomo mit Reiterstatue und einem Madönnchen (Foto: Chrisysreiseblog, 2017)

Richtig, der kleine goldene Punkt ganz oben über dem ersten Türmchen von der Mitte aus rechts. Immerhin, sie ist 4,16 Meter groß, wiegt um die 900 Kilogramm und trägt ein Kleid aus circa 300 Gramm Gold.

Der Dom wurde übrigens mehrere Hundert Jahre lang erbaut, was sich auch in einem architektonischen Mix, dominiert von gotischen Elementen, widerspiegelt. Innen ist er sehr imposant mit hohen Steinsäulen, Gemälden und Standfiguren. Eine der bekanntesten darunter ist sicher der gehäutete Heilige Bartholomäus. Der schaurigen Legende nach wurde ihm bei lebendigem Leib die Haut abgezogen. Gruselig! Eine andere, eher erträgliche Geschichte: Napoleon ließ sich hier 1805 zum König Italiens krönen.

Mailand_Dom_Portal
Filigrane Kunst am Hauptportal des Doms (Foto: Chrisysreiseblog, 2017)

Wer sich nicht scheut, lange Warteschlangen und für Familien mitunter hohe Kosten in Kauf zu nehmen, kann auf die Dachterrassen hinauf. Das geht zu Fuß oder im Aufzug. Die genauen Preise und Öffnungszeiten findet ihr hier. Von oben hat man einen schönen Ausblick und kann die filigrane Kunst der Steinmetze ebenso bewundern, wie den Blick über die Stadt bis zu den Alpen.

Der Domplatz ist weitläufig und wird von der Reiterstatue des italienischen Königs Vittorio Emanuele II, der im 19. Jahrhundert regierte, beherrscht.

Neben dem Duomo Santa Maria Nascente befindet sich der Palazzo Reale. In diesem ehemaligen Herrschaftssitz gibt es Führungen durch die königlichen Gemächer und wechselnde Ausstellungen. Das Dommuseum ist direkt neben dem Palazzo Reale untergebracht; interessierte Besucher erfahren hier mehr über die wechselvolle Geschichte und die Bauweise des Doms.

Mailand_Galeria_Vittorio_Emanuele_II
Galeria Vittorio Emanuele II (Foto: Chrisysreiseblog, 2017)

Wem es mit dem Einkaufen noch nicht reicht, der findet direkt neben dem Dom das Luxuskaufhaus La Rinascente. Schmuck, Schminksachen, Uhren, Kleidung und besonderen Lifestyle findet man hier auf acht Etagen. Ich bin aus solchen Kaufhäusern meist innerhalb von fünf Minuten wieder draußen, aber jeder hat seine eigenen Vorlieben und Prioritäten im Leben. Also geht auf jeden Fall hinein, wenn euch die Glamourwelt anzieht.

Mailand_Galeria_Vittorio_Emanuele_II_Fresko
Kunst und schöne Architektur in der Galeria Vittorio Emanuele II (Foto: Chrisysreiseblog, 2017)

Ein Paar Meter weiter lockt schon die berühmte Einkaufsgallerie Galeria Vittorio Emanuele II aus dem Jahr 1877 mit einem gläsernen Dach in Kreuzform. Wer schon öfters in Italien war, hat diese Art von Galeria schon in anderen Städten wie Rom oder Neapel gesehen. Sie ist aber sehr schön und außergewöhnlich sauber.

Gleich auf der anderen Seite kommt ihr zur Piazza della Scala. Eine Statue Leonardo da Vincis ist hier ebenso zu finden wie das berühmte Opernhaus, die Mailänder Scala.

Ein ganz anderes, ruhiges und naturverbundenes Bild von Mailand habe ich im Castello Sforzesco sowie im direkt angrenzenden Parco Sempione mit dem Arco della Pace bekommen.

Der Weg führt von der Mailänder Scala über die Via Santa Margherita, dann rechts in die Via dei Mercanti über die Piazza Cordusio hin zum Castello auf der Via Dante – eine weitere Einkaufsstraße mit guten Cafés und Restaurants.

Mailand_Castello_Sforzesco
Castello Sforzesco (Foto: Chrisysreiseblog, 2017)

Vor dem Castello gibt es einen großen Springbrunnen, an dessen Beckenrand ich ein wenig verweilt habe, um mir in Ruhe die Fassade anzusehen. Das Castello bietet eine Ausstellung, hübsche Innenhöfe, ein Bistro und mehrere Tore, ist aber am Wochenende ziemlich gut besucht. Hier werden die letzten Werke Leonardo da Vincis ausgestellt. Und wer genau hinsieht, entdeckt sie, wilde Kätzchen, die in den grasbedeckten Burggräben leben. Sie sind zwar recht scheu, aber einfach niedlich. Als ich im Oktober 2017 hier war, gab es auch viele ganz junge.

Mailand_Parco_Sempione
Eisenbähnle im Parco Sempione (Foto: Chrisysreiseblog, 2017)

Mag die Stadt auch noch so groß und geschäftig sein, der Park bietet Ruhe und Erholung. Doch auch Familien mit Kindern entkommen der Hektik der Innenstadt und können Minigokart fahren, mit einem kleinen Tuk-Tuk-Eisenbähnchen fahren, klettern, schaukeln oder Dreirad fahren.

Der herrliche Spaziergang vom Castello durch den Park führt bis zum Friedensbogen (Arco della Pace). Dieser sieht so aus wie der Arc de Triomphe in Paris, etwas kleiner, und lädt wiederum zum Pausieren und Betrachten ein.

Mailand_Arco_della_Pace
Arco della Pace – der Friedensbogen (Foto: Chrisysreiseblog, 2017)

Mailand ist die Modecapitale der Welt. Wer hier her kommt, tut es um einzukaufen und neue Trends aufzuspüren. Ein schöner kultureller Rahmen ist ohne Zweifel gegeben, aber für mich nicht der entscheidende Grund für einen Besuch.

Hintersteiner See nahe des Wilden Kaisers – Spazieren ganz entspannt

img_2121-e1507476698728.jpg
Idylle am Hintersteiner See (Foto: Chrisysreiseblog, 2017)

Ich war im Juli 2017 am Hintersteiner See als Teil einer herrlichen Reise durch Österreich. Was für ein Eldorado für einen Berge liebenden Menschen wie mich 🙂 🙂 🙂 Die Nähe zum Wilden Kaiser zeichnet den Gebirgssee als lohnendes Ausflugsziel aus, wenn man ohnehin in der Gegend unterwegs ist. Das Wetter im Juli war wunderbar und sonnig mit gut erträglichen Temperaturen um 25°C. Wem der Wilde Kaiser zwar etwas sagt, aber nicht so ganz klar ist, wo er liegt: knapp 60 Kilometer südlich von Rosenheim und etwa 20 Kilometer südöstlich von Kufstein, also in Tirol. Man erreicht den See mit dem Auto am besten von Scheffau am Wilden Kaiser aus über die L207 und parkt auf dem ausgewiesenen Parkplatz nahe des Kiosks. Es führen aber auch viele Wander-, Fahrrad– und natürlich E-Bike-Routen zum See.

img_2128.jpg
Türkisblauer Hintersteiner See (Foto: Chrisysreiseblog, 2017)

Der Hintersteiner See ist etwa 56 Hektar groß, an seiner tiefsten Stelle etwa 36 Meter tief. Er liegt auf 883 Metern Seehöhe oberhalb des Ortes Scheffau am Wilden Kaiser. Scheffau liegt in einer Ost-West-Linie mit den Orten Söll – nach Westen – bzw. Ellmau und Going nach Osten. Spätestens jetzt sollte es bei Fans von Fernsehserien wie „Der Bergdoktor“ klingeln: Der „Bergdoktor“ wird in Ellmau und Umgebung gedreht. Man kann die Originaldrehorte, wie die Arztpraxis, den Dorfplatz oder eben auch den See live besichtigen.

Ein Spaziergang an diesem gut zugänglichen Bergsee ist, ob mit oder ohne filmischem Hintergrund, gemütlich, schön und kein Problem für Jung und Alt. Es kommen auch viele Radler hier her. Familien können übrigens problemlos mit dem Kinderwagen am nördlichen Ufer entlang flanieren. Am Südufer hat der Weg eine kleine Steigung, dafür bieten sich aber schöne Ausblicke auf das türkisblaue, glasklare Wasser. Im Zweifel schieben einfach die Papas den Kinderwagen…

Wer mag, kann auch im sehr gepflegten und sauberen Naturbad am nordöstlichen Ufer die Seele baumeln lassen. Mir war das Wasser, ehrlich gesagt, auch im Juli zu kalt, aber es gab doch einige, die wohl besser abgehärtet waren als ich. 🙂 Der See wurde übrigens als schönster und sauberster Naturbadesee Tirols ausgezeichnet.

Neben dem Naturbad gibt es die Gastwirtschaft „Seestüberl“, wo ich den Apfelstrudel sehr empfehlen kann. Wer Glück hat, ergattert draußen einen gemütlichen Sitzplatz mit Blick auf den See und die umliegenden Berge. So lässt es sich erholen.

img_2110-e1507476880954.jpg
Alpaka-Besuch (Foto: Chrisysreiseblog, 2017)

Auf der gegenüber liegenden Seite des Sees, also im Westen, gibt es eine weitere Einkehrmöglichkeit: die Jausenstation Oberhofer. Hier hatte ich das Glück, einige ganz besondere Gäste zu treffen. Nein, keine Schauspieler. Zwei Alpakas schauten auf einen kleinen Besuch vorbei und waren nach nur 10 Minuten so schnell wieder verschwunden, wie sie gekommen waren.

Man muss halt immer mit allem rechnen… 🙂

Islands Norden – Vulkankegel, Krater und Lavafelder

Island_Norden
Landschaft im Norden (Foto: Chrisysreiseblog, 2017)

Im Norden Islands ist mir eine völlig andere Landschaft begegnet, als zum Beispiel im Süden mit den Gletschern oder im Osten in den Fjorden. Hier im Norden wird Islands Lage auf dem vulkanischen Gürtel deutlich. Die Insel liegt ja auf dem Mittelatlantischen Rücken, wo die nordamerikanische und die eurasische Platte aufeinander treffen. Beeindruckend fand ich die Fahrt durch das Hochland, die Einöden und Mondlandschaften dennoch. Das Hochland umfasst weite Ebenen, lange Täler und vereinzelte Waldaufforstungsgebiete.

Island_Fljótsdalúr
Mondlandschaft mit Lebensader: die Ringstraße (Foto: Chrisysreiseblog, 2017)

Westlich des Lagarfljót-Sees, im Fljótsdalur („Fliotsdallür“) ist die Landschaft sehr karg. So karg, dass es einer Mondlandschaft gleicht. Amerikanische Astronauten haben für ihre erste Landung auf dem Mond hier in Fljótsdalshérad trainiert. Damals dachte man, dass es auf dem Mond annähernd gleiche Bedingungen gäbe und man so möglichst realistisch trainieren konnte.

Begeben wir uns nun also auf die sogenannte diamantene RundfahrtDemantshringurinn“, eine nicht ganz so stark frequentierte touristische Route im Nordosten, auf der der Dettifoss, der Mückensee „Mývatn“, das Geothermalbad am Mývatn und unter anderem auch der Wasserfall Godafoss, der „Götterwasserfall“, liegen. Wer die Ringstraße auf eigene Faust fährt, wird diese Orte sicher auf dem Plan haben.

Island_Dettifoss
Der riesige Dettifoss (Foto: Chrisysreiseblog, 2017)

Nicht weit von der Ringstraße #1 im Nordosten entfernt, kommt ihr auf zwei verschiedenen Straßen zum Besucherparkplatz des Dettifoss-Wasserfalls. Der Dettifoss ist der mächtigste, leistungsstärkste Wasserfall Europas. Er ist zurecht einer der meistbesuchten Wasserfälle Islands. Mit seinen 100 Metern Breite und 44 Metern Höhe ist er nicht der größte Wasserfall, aber doch durch die schieren Massen Wassers sehr eindrucksvoll.

Island_Dettifoss_Zufluss
Oberlauf des Dettifoss (Foto: Chrisysreiseblog, 2017)

Ich habe gehört, dass sich auch die ältere Schotterstraße 864 „Holsfjallavegur“ zur Ostseite lohnt, da man dort direkt auf den Wasserfall sehen kann. Viele Fotos in Reiseführern zeigen diese Ansicht. Wir sind im Bus auf der gut ausgebauten, neueren Route 862, der „Dettifossvegur„, zur Westseite gefahren. Dort hat man ebenso einen sehr schönen Blick. Ein Weg führt in einem etwa zwanzigminütige Spaziergang vom Parkplatz zum Flusslauf des Jökulsá á Fjöllum und zur Oberkante des Wasserfalls. Flussaufwärts führen Pfade entlang des Wasserlaufs und zu mehreren Aussichtspunkten, schöne Spaziergänge sind praktisch garantiert. Ihr solltet euch auf jeden Fall mindestens 2 Stunden Zeit nehmen, besser sind 3 oder 4.

Island_Namaskard_Übersicht
Heiße Quellen in Námaskard (Foto: Chrisysreiseblog, 2017)

Nase zu und durch heißt es im Hochtemperaturgebiet Námaskard, am Fuß des Berges Námafjall und unweit des Mückensees. Solfataren und brodelnde Schlammlöcher sind auf jeden Fall ein besonderes Naturschauspiel , aber der Geruch ist nichts für schwache Gemüter.

Island_Namaskard1
Solfatarengebiet Námaskard (Foto: Chrisysreiseblog, 2017)

Die massiven Schwefelvorkommen – daher auch der Begriff Solfataren, abgeleitet von Sulfur – hinterlassen eine bleibende Erinnerung im Gedächtnis und einen Geruch von faulen Eiern in der Kleidung. Aus den in Gelb-, Grau- und Brauntönen gefärbten Löchern in der hauchdünnen Erdkruste dampft, brodelt und zischt es. Natur kann hier mit fast allen Sinnen erfasst werden.

Island_Namaskard
Schlammtöpfe (Foto: Chrisysreiseblog, 2017)

Unser nächster Stopp mit viel frischer Luft war Mývatn, der „Mückensee“. Keine Sorge, die meisten lassen den Menschen in Ruhe 😉

Island_Myvatn
Westansicht des Mückensees (Foto: Chrisysreiseblog, 2017)

Er liegt ruhig und idyllisch in einem Vulkangebiet, ist auch ein Badesee und an seiner tiefsten Stelle nur 3 Meter tief. Der See ist reich an Fischen, beherbergt verschiedene Entenpopulationen und auch Wildvögel leben hier. Viele Vogelkundler kommen hierher, um die Tiere zu beobachten. Wer möchte, kann auch die Mývatn Nature Baths besuchen.

Island_Dimmuborgir
Die Dunklen Burgen – Dimmuborgir (Foto: Chrisysreiseblog, 2017)

Am Ostufer des Mývatn befinden sich die Dunklen Burgen – Dimmuborgir – eine Art „Lavagarten„, in dem sich ein Spaziergang unbedingt lohnt. Am besten parkt ihr auf dem Parkplatz, der ca. 3,5 Kilometer hinter Höfdi liegt.

Die isländische Mythologie sieht diesen Ort als Unterkunftsort von Elfen und Trollen. Der Lavagarten entstand vor etwa 2500 Jahren, als sich der Lavasee, der sich hier befand, schlagartig zurückzog und erkaltete Säulen aus Tuffstein zurückließ. Ausgehend von der Höhe der Säulen dürfte der Lavasee circa 10 Meter tief gewesen sein.

Island_Dimmuborgir
Die Kirche in den Dunklen Burgen der Elfen und Trolle (Foto: Chrisysreiseblog, 2017)

Für den Spaziergang haben wir uns etwa eineinhalb Stunden Zeit genommen. Mehr Zeit ist aber empfehlenswert, denn in den Lavaformationen erkennt man mit ein wenig Fantasie tatsächlich versteinerte Trolle, die mal lachen und mal recht mürrisch schauen. Der Rundweg führt übrigens nach etwa 10 Minuten in eine Sackgasse, das sollte euch aber nicht verleiten, gleich dem restlichen Rundweg zu folgen. Geht das Stückchen Weg ruhig weiter, denn ihr kommt an einen Ort, an dem ihr in den Steinen mit ein wenig Fantasie etwa 50 versteinerte Trolle sehen könnt. Mit ein bisschen Zeit und Vorstellungsvermögen wird auch der größte Skeptiker ein Gesicht im Stein erkennen 😉

Der Rundweg führt euch auch zur „Kirkja„, einen besonders schönen Ort, der wie eine Kirche anmutet.

Auf dem weiteren Weg, also etwa 50 Kilometer östlich von Akureyri, kamen wir zum Godafoss, dem „Götterwasserfall“. Er ist wunderschön, wie eine klitzekleine Miniatur der Niagarafälle. Er ist nur 15 Meter hoch, dafür aber gut 100 Meter breit. Ein gut ausgebauter Weg führt oben zu einer Aussichtsplattform und Sitzgelegenheiten, um das Naturschauspiel auf sich wirken zu lassen. Ein felsiger Weg, der bei Nässe auch recht rutschig sein kann, führt hinunter an ein felsiges Ufer. Auch von dort aus bietet sich ein schöner Blick auf die fallenden Wasser.

img_4903.jpg
Der Götterwasserfall (Foto: Chrisysreiseblog, 2017)

Der Gode und Gesetzessprecher Porgeir soll hier alle heidnische Götterbilder versenkt haben, als das Christentum in Island zur verbindlichen Religion wurde. Der Zauber des Ortes stützt die mystische Sicht auf den Wasserfall sicherlich – insbesondere wenn man bedenkt, dass einem jederzeit und überall Elfen begegnen können…

Übernachtet habe ich bei Akureyri im Hotel Natur. Die Besonderheit hier: Es gibt eine kleine Sternwarte in einem früheren Silo, die sich hervorragend zur Beobachtung von Nordlichtern eignet.

Island_Akureyri
Akureyri am Eyjafjördur (Foto: Pixabay, 2017)

Akureyri ist die viertgrößte Stadt Islands. Sie ist als Hafenstadt am Eyjafjördur-Fjord gelegen. Mit dem Bus haben wir hier keinen Stopp gemacht, nur eine kleine Stadtrundfahrt. Interessant waren die historischen Häuser und die industrielle sowie wissenschaftliche Bedeutung des Städtchens. Ein kleines Schmankerl für alle Frauen bieten die Ampeln. Richtig gelesen, die Ampeln! Die Rotphase hat die Form eines Herzes 🙂

Island_Pferde
Islandpferde (Foto: Chrisysreiseblog, 2017)

Je weiter die Reise in den Nordwesten ging, desto mehr Pferde habe ich gesehen. In diesem Teil Islands gibt es viele Pferdezuchten mit wunderschönen Tieren, man sieht aber auch viele Pferde in freier Natur. Zahlreiche Schafherden rundeten das Bild ab. Island hat ja weit mehr Schafe als Einwohner. Die Tiere sind hübsch anzusehen, doch fotografieren lassen sie sich nur ungern. Es gehören schon mehrere Versuche dazu, um ein schönes Erinnerungsfoto zu schießen.

img_4900.jpg
Schafmama mit zwei Lämmern (Foto: Chrisysreiseblog, 2017)

Ja, und über die Fährt zum Grábrók Vulkankrater und den kleinen Wasserfall Glanni schloss sich am Abend des sechsten Tages der Kreis. Wir kamen gesund, glücklich und mit vielen neuen Eindrücken in Hafnarfjördur an.

Island ist für jeden eine Reise wert, der die Natur liebt, gerne wandert und dem nichts fehlt, wenn es einfach einmal ganz still ist. Ich möchte mich an dieser Stelle bei Berge & Meer für eine tolle Islandrundreise bedanken. Auch unserem Tourguide Ingis danke ich noch einmal ganz herzlich für alles. Sicher auch im Namen der ganzen Gruppe, die toll harmoniert hat.

Den Reiseverlauf könnt ihr hier noch einmal nachvollziehen:

Island – Feuer küsst Eis

Islands Westen – Geysire, goldene Wasserfälle und der Beginn der Demokratie

Islands Süden – Wasserfälle, Felsnadeln, Märchenstrände und der Eyjafiallajökull

Islands Osten – eisblaue Gletscherlagunen und malerische Ostfjorde

Reykjavik – die nördlichste Hauptstadt der Welt

Islands Osten – eisblaue Gletscherlagunen und malerische Ostfjorde

img_4609.jpg
Sommer in den Ostfjorden (Foto: Chrisysreiseblog, 2017)

Der vierte Tag der Rundreise stand ganz im Zeichen der Ostfjorde. Die Ostfjorde sind malerisch schön mit klaren, kräftigen Farben. Das Wetter war sonnig, leicht bewölkt und mit 10-15°C geradezu sommerlich warm für September. Im Osten lassen sich auch wunderbar Schafe, Gänse, Rentiere und Pferde fotografieren.

Von Höfn („Höpp“) hatten wir einen schönen Blick auf mehrere Gletscherzungen vom Spazierweg an der Bucht aus. Der Ort ist klein und beschaulich, es gibt ein Gletschermuseum und auch eine Bibliothek. Höfn hat einen Hafen im Hornfjord „Hornafjördur“.

Island_Hornafjördur
Strand und Lagune am Hornafjördur (Foto: Chrisysreiseblog, 2017)

In Sveitarfélagid am Hornafjördur gibt es einen wunderschönen Strand mit schwarzem Kies. Vom Parkplatz aus geht man etwa 10 Minuten zu Fuß zum Strand, an dem man wunderbar spazieren kann. Selbst im September waren die schwarzen Kiesel so warm, dass man barfuß gehen konnte. Nur das Wasser war eisig kalt mit etwa 3 Grad. Am Strand ließ sich das herrliche Wetter bei einem Spaziergang super genießen. In Richtung des Leuchtturms gibt es eine kleine Anhöhe, von der aus wir einen sehr schönen Blick über die Bucht und den langen Strand hatten. Einfach Zeit nehmen, die Seele baumeln lassen und genießen. Hier geht es nicht darum, die Strecke abzulaufen; der Weg ist das Ziel 🙂

Island_Djupivogur
Bunte Boote in Djúpivogur (Foto: Chrisysreiseblog, 2017)

Unser nächster Stopp war in Djupivogur, einer kleinen Gemeinde an der Tiefen Bucht „Berufjördur“. Auffallend hier waren die bunten Häuser, die in der Sonne fröhlich leuchteten, die Lage auf einer Halbinsel zwischen zwei Fjorden und die Nähe zum großen Vatnajökull. Wusstet ihr, dass die Siedlung von Hanse-Kaufleuten gegründet wurde? Ein seltsames Monument wurde etwa einen halben Kilometer vom Hafen errichtet: Für jeden isländischen Vogel wurde ein überlebensgroßes Ei aus Stein an der Bucht aufgestellt. Für mich etwas befremdlich: die Eier wurden in China geschliffen.

Unsere Tour des vierten Tages endete bei Egilsstadir, der größten Gemeinde Islands. Idyllisch am Lagarfliót-See gelegen, liegt das Hotel Hallormsstadur, das ich sehr empfehlen kann. Dieses Hotel war für mich das Highlight der Rundreise, nicht zuletzt wegen des fantastisch leckeren Abendbuffets.

Und das Ungeheuer à la Nessie, der Lagarfliótwurm, der im See leben soll? Nun, ihn hat schon lange niemand mehr gesehen…

 

Den gesamten Reiseverlauf könnt ihr hier noch einmal nachvollziehen:

Island – Feuer küsst Eis

Islands Westen – Geysire, goldene Wasserfälle und der Beginn der Demokratie

Islands Süden – Wasserfälle, Felsnadeln, Märchenstrände und der Eyjafiallajökull

Islands Osten – eisblaue Gletscherlagunen und malerische Ostfjorde

Reykjavik – die nördlichste Hauptstadt der Welt

Islands Süden – Wasserfälle, Felsnadeln, Märchenstrände und der Eyjafiallajökull

Island_Eyjafiallajökull
Besucherzentrum am Eyjafiallajökull (Foto: Chrisysreiseblog, 2017)

Tag 3 der einwöchigen Rundreise führte mich vom Hotel in Hvolsvöllur zuerst in das Besucherzentrum des wohl bekanntesten isländischen Vulkans: Eyjafiallajökull. Falls ihr Probleme mit der Aussprache habt, versucht es mal so: Äy-ja-fiad-la-jö-kudl. Das könnte klappen 😉

Das Besucherzentrum befindet sich an der Ringstraße, Route #1, nur wenige Kilometer vom Vulkan und etwa 140 Kilometer von Reykjavik entfernt. Es bietet ein kleines Kino mit einem Film über den Ausbruch 2010 – und wie die Menschen damit umgingen – in mehreren Sprachen zu festgelegten Zeiten, Dokumentationswände und einen Souvenirshop.

Island_Skógafoss
Majestätisch und einfach schön: der Skógafoss (Foto: Chrisysreiseblog, 2017)

Der Wasserfall Skógafoss („Schgoafoss“) war der nächste Stopp auf der Fahrt Richtung Osten. Er ist mein Favorit unter allen isländischen Wasserfällen, weil er einfach wunderschön ist. Vom Parkplatz aus, sind es wenige hunder Meter, die bereits einen fantastischen Blick auf den Wasserfall offerieren. Es führt auch ein schmaler Pfad ca. 60 Meter hinauf, so dass man auch von oben einen Blick auf ihn werfen kann. Ganz wichtig hier sind gute Wanderschuhe und wasserdichte Kleidung. Allein die Gischt hat mich schon auf 20 Meter Abstand „gebadet“.

Dem Motiv des Wassers blieben wir auch beim nächsten Halt auf der Halbinsel Dyrhólaey und einem Strandspaziergang in Reynisfjara treu. Dyrhólaey ist vor allem wegen der ausgewaschenen Felsformationen am Strand bekannt, allen voran ein großes Tor im Fels, durch das bereits wagemutige Flieger hindurch flogen. Auch bizarre Felsnadeln ragen aus dem Strand hervor.

Der schwarze, körnige Lavastrand in Reynisfjara, teils auch mit größeren Kieseln, war bei Ebbe unheimlich schön, nicht umsonst gehört er zu den 10 schönsten Stränden der Welt.

Island_Reynisfjara
Schwarzer Strand in Reynisfjara (Foto: Chrisysreiseblog, 2017)

Dort gibt es viel zu entdecken, zum Beispiel die versteinerten Trolle bzw. unzählige, parallel vertikal verlaufende Basaltsäulen und eine kleine Höhle. In verschiedenen Höhen nisten auch Papageientaucher, Eissturmvögel oder Lummen in den Felsen, allerdings eher in den Sommermonaten, im September nicht mehr. Bei Ebbe ist der Strand herrlich breit, bei Flut kommen die Wellen bis an die Basaltsäulen. Es lohnt sich also, sich vor Ort über die Gezeiten zu informieren.

Island_Reynisfjara
Versteinerte Trolle am Strand von Reynisfjara (Foto: Chrisysreiseblog, 2017)

Achtung ist aber geboten, falls hier jemand baden oder herumklettern möchte: Strömung und Brandung sind sehr stark und unberechenbar. Es gab leider bereits Todesfälle. Also, einfach ein bis zwei Stunden Zeit einplanen, schauen und genießen.

Wenige Kilometer von Reynisfiara kamen wir auf der Ringstraße in Vík an. Vík ist die südliche Stadt auf Islands Festland, klein, beschaulich und auf jeden Fall gut für einen Stopp zum Mittagessen, auf einen Kaffee oder einfach um ein paar Lebensmittel und Getränke einzukaufen. Wer gerne isländische, warme Kleidung kaufen möchte, findet hier ein Icewear-Outlet, das im Vergleich zu anderen Geschäften etwas günstiger ist. Die Auswahl ist klasse und das Personal sehr freundlich. Ich habe mir gleich eine kuschelige Strickjacke für den kommenden Winter zugelegt. Vík bedeutet übrigens „Bucht am sumpfigen Tal“, was dem interessierten Besucher grundsätzlich einen Eindruck von der Landschaft im Süden gibt; Ackerbau mit viel Getreide, Gletschersander gehören, Heideland und Moor.

Auf der Weiterfahrt vom südlichsten Halt der Reise Richtung Osten bieten sich vor allem in Fahrtrichtung links schöne Blicke auf den Mýrdalsjökull-Gletscher und dessen Gletscherzungen zum Mýrdalssandur. Der Sander veranschulicht die Kraft des Eises bei der Formung einzigartiger Landschaften.

Island_Skaftafell
Gletscherzunge hautnah im Skaftafell Nationalpark (Foto: Chrisysreiseblog, 2017)

Im Skaftafell Nationalpark, am Fuße des großen Vatnajökull, hatten wir für etwa 2 Stunden Zeit für eine Wanderung. Ein gut ausgebauter Weg führt zu einer Gletscherzunge. Zwischen der kargen, ausgeschürften Landschaft und dem Gletscher befindet sich ein Fluss, der Wasser des Gletschers Richtung Meer transportiert und auf dem auch einzelne Eisberge treiben. Hier wird auch klar, dass schwarzes Eis kein Widerspruch in sich ist, wenn man bedenkt, dass Island auch „Insel aus Feuer und Eis“ genannt wird. Ascheschichten färben weiß-blaues Eis schwarz, was bemerkenswerte Ansichten schafft.

img_4384-e1506798389503.jpg
Abendstimmung an der Gletscherlagune Jökulsárlón (Foto: Chrisysreiseblog, 2017)

Dem Wasser blieben wir auch beim letzten Stopp des Tages treu – allerdings in ganz spezieller Form: mit der Gletscherflusslagune Jökulsárlón. Es sieht aus, wie ein großer See mit faszinierenden Treibeisformationen. Es wundert kaum, dass dieser Ort als Drehort vieler Hollywood-Filme bekannt ist. Auf der Gletscherlagune kann man eine Tour mit einem Amphibienfahrzeug machen. Die Tour dauert etwa 35 Minuten und kostet 50 Euro pro Person. Ihr kommt recht nah an die Eisberge heran und ab und zu schwimmt eine Robbe vorbei. Wichtig ist eine gute Kamera, eine ruhige Hand zum Fotografieren und warme Bekleidung. Ihr werdet dafür mich großartigen Eindrücken beschenkt, die ihr so schnell nicht wieder vergessen werdet.

Mir hat Südisland sehr gut gefallen. Es war vom Golden Ring über den Eyjafjallajökull bis zu den Gletschern ein spannendes Umfeld voller Kontraste, Farben und Naturschauspielen, die ich nirgends sonst auf der Welt so gesehen habe.

Wart ihr auch schon einmal in Island? Ging es euch auch so?

 

Den Reiseverlauf könnt ihr hier noch einmal nachvollziehen:

Island – Feuer küsst Eis

Islands Westen – Geysire, goldene Wasserfälle und der Beginn der Demokratie

Islands Süden – Wasserfälle, Felsnadeln, Märchenstrände und der Eyjafiallajökull

Islands Osten – eisblaue Gletscherlagunen und malerische Ostfjorde

Reykjavik – die nördlichste Hauptstadt der Welt

 

Islands Westen – Geysire, goldene Wasserfälle und der Beginn der Demokratie

Island_Gullfoss_erste-Kaskade
Die erste Kaskade des Gullfoss (Foto: Chrisysreiseblog, 2017)

Mein Flug mit Icelandair ab Frankfurt/ Main startete freitags um 14 Uhr, um 15:30 Uhr Ortszeit kam ich, so wie alle internationalen Flüge nach Island, am Kevlavik International Airport an. Mit der Zeitverschiebung von minus 2 Stunden verglichen mit der deutschen Sommerzeit beträgt die Flugzeit also 3:30 Stunden. Der Flughafen ist groß, modern und das Drehkreuz zahlreicher transatlantischer Flüge. Durch seine überschaubare Größe und übersichtliche Gestaltung findet man sich schnell zurecht.

Vom Flughafen Richtung Reykjavik kommt man mit dem Flybus, Reisebussen, Taxen oder Mietwägen.

Island_Hafnarfjördur_Hotel
Hotel Nordurey (Foto: Chrisysreiseblog, 2017)

Ich wurde bequem von einem Reisebus für die Rundreise abgeholt. Die Lavafelder auf der Halbinsel Reykjanes sind schon das erste schöne Naturschauspiel, das man auf dem Weg vom Flughafen Richtung Reykjavik sieht. Natürlich bietet sich auch ein schöner Blick auf die Bucht, Reykjavik bedeutet schließlich „Rauchbucht“. Natürlich liegt kein Rauch über der Bucht – man vermutet, dass der Name von den dampfenden Quellen in der Nähe herrührt.

In Hafnarfjördur habe ich im Hotel Hafnarfjördur bzw. Hotel Nordurey („Nordbucht“) übernachtet. Die Zimmer sind sehr hell und sauber, unseres hatte sogar eine Kochnische. Ganz besonders toll fand ich die Leute an der Rezeption. Wir haben schnell Empfehlungen zum Abendessen, zu isländischen Spezialitäten und für Reisen durch Island und Deutschland ausgetauscht. Was mich total überrascht hat: einem der Mitarbeiter haben meine Tipps so gefallen, dass es spontan eine herzliche Umarmung gab. Wahnsinn: mein zweiter Tag in Island und schon eine Umarmung. Das ist es, was ich am reisen so liebe; man kann sich ein Land anschauen, solange man möchte, ohne die Menschen kennen zu lernen, hat man es nicht gesehen.

Island_Hafnarfjördur_Viking-Village
Restaurant Fjaran „Viking Village“ (Foto: Chrisysreiseblog, 2017)

Zum Abendessen war ich im Hotel/ Restaurant Viking Village im Zentrum von Hafnarfjördur, etwa 20 Meter entfernt von der Bucht. Ich war total begeistert von der Einrichtung im Wikingerstil. Jedes Jahr im Juni finden dort auch die Wikingertage statt. Ich habe mir übrigens den Fisch des Tages gegönnt, was absolut die richtige Entscheidung war. Ein ausgesprochen leckeres Essen. Zum Essen wird in Island übrigens stets eine Karaffe Wasser gereicht – für viele Geschmackssache: es ist eiskalt.

Im Westen der Insel liegt die Hauptstadt Reykjavik. Diese habe ich als krönenden Abschluss einer unvergesslichen Reise besucht. Ihr findet alle meine Eindrücke im Blog „Reykjavik – die nördlichste Hauptstadt der Welt„.

Island_Thingvellir
Thingvellir – Ort des ersten Parlaments 930 n. Chr. (Foto:Chrisysreiseblog, 2017)

Der erste Stopp auf meiner sechstägigen Tour durch Island war in Thingvellir („Dingwedlir“). Der historische Ort liegt am See „Thingvallavatn“, alles zusammen ist ein Nationalpark.

Hier begann die europäische Demokratie mit dem ersten Parlament der Welt um 930 n. Chr. Es wurde auch Gericht gehalten, wobei die Urteile grundsätzlich sehr schnell vollstreckt wurden. Leider bietet die Geschichte der Rechtsprechung auch brutale Wahrheiten: Eine Gedenktafel erinnert an die Frauen, die dort im „Ertränkungsbecken“ umgebracht wurden, weil sie uneheliche Kinder zur Welt gebracht hatten.

Island_Thingvellir_Spalten
Historie trifft Geologie (Foto: Chrisysreiseblog, 2017)

Makaber und einfach unpassend: Es gibt Touristen, die Münzen in das Becken werfen, als wäre es ein Ort des Glücks. Deshalb meine Bitte: Geht mit gutem Beispiel voran und werft keine Münzen, egal mit welcher Hand über welche Schulter. Dafür eignet sich die Fontana di Trevi in Rom viel besser und dort ist es auch erwünscht.

Am See kann man sehr schöne kleine Wanderungen machen. Ihr seht auch überall Spalten im Fels, die teils erst wenige Jahre alt sind. Eine kleine Schlucht fällt einem sofort auf, es ist die Allmännerschlucht „Almannagjá“, wo man mit einem Fuß in Nordamerika, mit den anderen in Europa steht. Informationstafeln auf Englisch und Isländisch erklären sehr anschaulich alles Wissenswerte.

Danach ging es weiter zum Gullfoss Wasserfall („Gudlfoss“). Der „Goldene Wasserfall“ mit zwei Kaskaden ist eine der berühmten Sehenswürdigkeiten Islands. Der Fluss Hvitá führt das Wasser des Langjökull-Gletschers mit sich und stürzt erst 11 Meter, dann nochmals 21 Meter in die Tiefe. Ein schmaler Weg führt am Fels entlang vom Parkplatz zum Wasserfall.

Island_Gullfoss
Der Gullfoss-Wasserfall auf dem Goldenen Ring (Foto: Chrisysreiseblog, 2017)

Nicht weit entfernt vom Gullfoss habe ich die Geysire besichtigt. Geysir ist sowohl der Name des großen und bekanntesten Geysirs in Island als auch auch die Bezeichnung für die Wasserfontänen aus dem Erinneren selbst. Durch geologische Vorgänge verursacht, ist die Fontäne des Geysir heue allerdings nicht mehr so hoch.

Island_Geysir_Strokkur
Der Geysir Strokkur (Foto: Chrisysreiseblog, 2017)

Faszinierend fand ich dafür den Geysir „Strokkur„, was „Butterfass“ bedeutet. Etwa alle 6-8 Minuten schießt er eine Fontäne mit 80-100 Grad heißem Wasser in die Höhe. Er kommt dabei nicht ganz an seinen Namensgeber, den Geysir, heran, beeindruckend ist es aber auf jeden Fall. Rund um den Strokkur gibt es eine Absperrung, damit sich niemand an dem heißen Wasser verbrüht. Wie in einem Ring stehen Schaulustige zu fast jeder Tageszeit dort, um das beste Foto zu schießen oder das tollste Video zu drehen. Viele nehmen Rücksicht und halten Abstand zu anderen, manche jedoch nicht. Na ja, ich habe mir die Zeit genommen und schließlich ein schönes Erinnerungsfoto gemacht (ganz ohne Ellbogen, Köpfe, Kameras oder Handys :-)) Es gibt dort noch viele weitere, kleine  Geysire. Manche blubbern und dampfen nur, andere haben auch kleine Fontänchen. Ich finde, dass man eine Stunde auf jeden Fall für den Stopp einplanen sollte.

In der Nähe gibt es auch einen Souvenirshop, wo man verschiedene Meersalze, Lava, Bilder, isländische Schokolade und vieles mehr kaufen kann. Die Preise in Island sind recht hoch, eine Umrechnungs-App auf dem Smartphone schützt daher vor unerwartet teuren Einkäufen.

Island_Grabrok
Vulkankrater Grábrók von oben (Foto: Chrisysreiseblog, 2017)

Kurzer Richtungswechsel gen Norden. Falls ihr in Reykjavik euer Hotel habt und Tagesausflüge macht oder ihr auf eurer Rundreise auf der Ringstraße einen echten Vulkankrater sehen möchtet, kann ich euch die „graue Hose“ (kein Witz), Grábrók, sehr empfehlen. Korrekterweise muss man sagen, dass die gesamte Gegend ein Vulkansystem ist, es heißt Ljósufjöll. Zum Grábrók gehören drei Krater.  Diese liegen etwa 80 Kilometer nördlich von Reykjavik, nahe dem Ort Bifröst, nördlich von Borgarnes und sehr nah am Hringvegur (Ringstraße). Ihr findet sie also bestimmt 🙂

Island_Grabrok_kleiner-Krater
Kleiner Krater beim Grábrók (Foto: Chrisysreiseblog, 2017)

Seid ein paar Jahren wird der Aufstieg durch eine Holztreppe kinderleicht. Wir sind wegen des Gerölls oben am Kraterrand übrigens mit dem Uhrzeigersinn gelaufen. Auf den kleinen Steinchen läuft es sich bergauf leichter als es sich bergab rutscht, wenn es dumm läuft. Der freie, weite Blick auf das umliegende Land und die Überreste frühzeitlicher Schafställe ist großartig und lädt zu einer Atempause ein.

Wart ihr dort schon einmal? Teilt gerne eure Erfahrungen. Ich freue mich.

 

Den Reiseverlauf könnt ihr hier noch einmal nachvollziehen:

Island – Feuer küsst Eis

Islands Westen – Geysire, goldene Wasserfälle und der Beginn der Demokratie

Islands Süden – Wasserfälle, Felsnadeln, Märchenstrände und der Eyjafiallajökull

Islands Osten – eisblaue Gletscherlagunen und malerische Ostfjorde

Reykjavik – die nördlichste Hauptstadt der Welt

Reykjavik – die nördlichste Hauptstadt der Welt

 

Im Westen Islands liegt Reykjavik. Es ist aber nicht nur die nördlichste Hauptstadt Europas, sondern weltweit. Von hier aus sind es nur 269 Kilometer bis zum nördlichen Polarkreis.

Island_Reykjavik_Wasseransicht
Blick auf Reykjavik (Foto: Pixabay)

Die Stadt ist nicht sehr groß, es leben nur etwa 122.000 Menschen hier. Das ist etwas mehr als ein Drittel der Bevölkerung. Was aber sofort auffällt, ist die Sauberkeit der Stadt. Und die unglaublich klare Luft.

Unbedingt ansehen solltet ihr euch den alten Hafen, die Hallgrimskirkja und die Harpa. Auf den Einkaufsstraßen Laugavegur und Austurvellur lässt es sich schön bummeln und Kaffee trinken. Hier und da begegnet einem ein lebensgroßer Troll aus Plastik. Es gibt auch viele Museen, zum Beispiel das Viking Maritime Museum oder das Walmuseum. Beide sind einen Besuch wert.

Island_Reykjavik_alter-Hafen
Alter Hafen mit Fischrestaurants (Foto: Chrisysreiseblog, 2017)

Direkt am Hafen gibt es tolle, urige Fischrestaurants. Man findet sie in der Nähe der kleinen Buden, von denen die Walbeobachtungstouren starten. Mit den Fischgerichten liegt ihr eigentlich immer richtig. 😉

In der Stadt gibt es eine Reihe gemütlicher Cafés und Restaurants, da ist für jeden Geschmack etwas dabei. Ich fand das Te & Kaffi neben der Harpa sehr gemütlich und der Kaffee ist lecker.

Island_Reykjavik_Harpa
Harpa – das Konzerthaus (Foto: Chrisysreiseblog, 2017)

An der Bucht, unweit des alten Hafens, findet ihr die Harpa: das Opernhaus der Stadt. Aktuell steht Puccinis „Tosca“ auf dem Spielplan. Das Gebäude besticht durch seine wabenförmigen Fenster, die außen im Sonnenlicht bunt schimmern und leuchten. Innen ist die Harpa schlicht, großzügig und stilvoll gestaltet.

Die Hallgrimskirkja ist ein sehr beliebtes Fotomotiv. Die Kirche ist auch besonders, in ihrem Baustil wurden verschiedene Naturschauspiele nachempfunden, die typisch für die Natur des Landes sind. Innen ist sie von schlichter Eleganz geprägt. Sehr schön ist der Altarbereich, das gläsern schimmernde Taufbecken, die große Orgel und das schwarze Piano. Hier finden bestimmt stimmungsvolle Gottesdienste statt.

Island_Reykjavik_Hallgrimskirkja_Seite
Hallgrimskirkja (Foto: Chrisysreiseblog, 2017)

Vor der Hallgrimskirkja befindet sich das Gedenkmonument für Leifur Eiriksson, den Entdecker Amerikas – lange bevor Kolumbus Amerika entdeckte. Nach ihm wurde auch der internationale Flughafen in Kevlavik benannt.

Island_Reykjavik_beheizte-Gehwege
Fußbodenheizung für draußen – dank Geothermie (Foto: Chrisysreiseblog, 2017)

Reykjavik ist sicherlich kein Vergleich zu anderen Hauptstädten wie London, Paris oder Washington. Doch das muss es auch gar nicht sein. Die Stadt bezaubert durch viele kleine, hübsche Häuser und Plätze, wunderschöne Ausblicke, gemütliche Lokale und unglaublich freundliche, entspannte Menschen – es müssen nicht immer Superlative sein, die einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Und welche Stadt hat schon geothermal beheizte Gehwege?

Wart ihr schon mal in Reykjavik? Könnt ihr weitere tolle Orte empfehlen?

Ich freue mich, wie immer, auf eure Kommentare.

 

 

 

 

 

Island – Feuer küsst Eis

Island_Strand_Süden
Lavastrand bei Dyrhólaey (Foto: Chrisysreiseblog, 2017)

Island ist das Land der Sehnsucht nach ursprünglicher, unberührter Natur für viele Menschen. Egal, wem ich vor der Reise von meinem Vorhaben erzählt habe, jeder war begeistert und wollte unbedingt mehr erfahren.

Island_Flagge
Islands Nationalflagge im Wind (Foto: Chrisysreiseblog, 2017)

Und das zurecht, denn es gibt unheimlich viel zu erzählen. Deshalb habe ich meine Islandinfos für euch in fünf Beiträge aufgeteilt: der erste mit allgemeinen Infos rund um die Insel im Nordatlantik und vier weitere für jede Himmelsrichtung. Das erleichtert euch hoffentlich die Reiseplanung. Also, die nächsten vier Beiträge bekommt ihr auf jeden Fall in den nächsten Tagen.

Da es auch für mich die erste Reise nach Island war, habe ich mich für eine Inselumrundung auf der Ringstraße „Hringvegur“ in 7 Tagen entschieden. So habe ich einen guten Überblick über die küstennahen Bereiche der Insel bekommen.

Island_Portaet_Ingis
Ein Isländer, der in Freiburg Deutsch gelernt hat: Ingis, unser Tour Guide (Foto: Haymo Mayer, 2017)

Für die Rundreise mit einer Gruppe hatte ich einen großartigen Tour Guide, praktisch ein wandelndes Islandlexikon und immer für einen Spaß zu haben – Ingis.

Lieber Ingis, auch an dieser Stelle möchte ich mich nochmals für ein unvergesslich schöne Woche in deiner Heimat bedanken! Ich habe viel gelernt. Danke für all die Informationen, Geschichten und Lieder. Das war spitze!

Da man sich in Island grundsätzlich duzt, kommt man sehr schnell mit den Menschen ins Gespräch – wenn man kein Isländisch spricht, dann auf Englisch und teils sogar auf Deutsch. Mein Eindruck ist, dass die Isländer sehr herzliche, freundliche Menschen sind, die nur auf den ersten Blick verschlossen und manchmal vielleicht auch ein bisschen mürrisch wirken. Das Eis ist schnell gebrochen, wenn man sich die Zeit für ein Gespräch nimmt. Ein Erlebnis, dass diesen Eindruck bestätigt hat, hatte ich bereits am zweiten Tag: Ich habe mit einem Isländer über die bevorstehende Reise gesprochen und viele tolle Tipps bekommen. Dann kam das Gespräch darauf, dass er gerne eine Reise nach Deutschland machen wollte, also habe ich ihm verschiedene Reisetipps „bei uns“ gegeben. Und vor lauter Freude über diesen Austausch nahm er mich spontan in den Arm und bedankte sich mit einer langen Umarmung. Das ist mir noch nie passiert. Wow!

Grundsätzlich hört sich Isländisch erst einmal sehr fremd an. Bestimmte Wortendungen helfen euch aber auf der Landkarte zu erkennen, worum es geht:

  • -á („au“): Fluss
  • -ey („ey“): Insel
  • -fjordur („fjördr“): Fjord
  • -jökull („jökudl“): Gletscher
  • -sandur („sandür“): Sander
  • -vatn („wat“): See
  • -vik („wiek“): Bucht

In Klammern habe ich den Versuch gewagt, euch eine Hilfe zur Aussprache zu geben 😉

Island_Spalte-im-Boden
Der Boden bewegt sich auseinander (Foto: Chrisysreiseblog, 2017)

Island besteht aus zwei Kontinentalplatten – die amerikanische und die eurasische – und „vulkanischem Klebstoff“ dazwischen. Durch Plattentektonik und folglich Vulkanausbrüche dehnt Island sich stetig aus, was ihr überall im Land an Spalten und Verwerfungen sehen könnt. Im Grunde leben die Isländer mit der ständigen Gefahr von Vulkanausbrüchen an Verwerfungslinien des Mittelatlantischen Rückens, der quer durch Island von Nordosten nach Südwesten veläuft! Wir sollten uns immer bewusst sein, dass Island ein sehr junges Land ist, erst ca. 8 Millionen Jahre. Hier „passiert“ geologisch, glazial und vulkanisch noch sehr viel, das wir aktiv beobachten können. Wen diese Vorgänge interessieren, der wird in Island natürliche Vorgänge bestaunen können, die in dieser Form nirgendwo sonst auf der Erde zu sehen sind.

Geografisch befindet ihr euch in Nordeuropa, während ihr geologisch gesehen teils auf europäischem, teils auf nordamerikanischem Boden unterwegs seid. Kulturell liegt Nordwesteuropa am nächsten.

Island_Anflug
Flug von Frankfurt nach Reykjavik (Foto: Chrisysreiseblog, 2017)

Die Hauptinsel (nicht die kleinen vorgelagerten Inseln) ist mit ca. 100.000 Quadratkilometern Landfläche nach dem Vereinigten Königreich (UK) der zweitgrößte Inselstaat in Europa und liegt knapp südlich des Polarkreises. Da hier nur rund 340.000 Menschen leben, ist Island das am dünnsten besiedelte Land Europas – zum Vergleich: die Stadt Stuttgart in Baden-Württemberg hat rund 640.000 Einwohner.

Viele Menschen reisen von September bis Februar nach Island, um Nordlichter zu sehen. Leider habe ich Mitte September 2017 keine gesehen, obwohl wir oft klare Nächte hatten. Ab und zu gab es einen grünen Schimmer, aber man kann sich ja nicht die ganze Nacht auf Beobachtung begeben…

Island_Reykjavik
Reykjavik mit Septembersonne (Foto: Chrisysreiseblog, 2017)

Dafür hatte ich eine ganze Woche lang herrlich sonniges Wetter, insgesamt etwa zwei Stunden Regen in acht Tagen. Da war das Wetter in Deutschland definitiv schlechter 😉

Der Zeitunterschied zu Deutschland wird im Vergleich mit der Greenwich Mean Time wie z.B. in London berechnet. Im Winter liegt man im Vergleich zu Deutschland also eine Stunde dahinter, im Sommer zwei Stunden. Mein Flug mit Icelandair ab Frankfurt/ Main startete um 14 Uhr, um 15:30 Uhr Ortszeit kam ich am Kevlavik International Airport an. Mit der Zeitverschiebung von minus 2 Stunden beträgt die Flugzeit demnach 3:30 Stunden.

img_0498.jpg
Fußbodenheizung für draußen – dank Geothermie (Foto: Chrisysreiseblog, 2017)

Ihr trefft in Island auch auf allerhand Kurioses. Wusstet ihr, dass es geothermal beheizte Felder und Gehwege mit unterirdischen Leitungen gibt? Und dass Elfen eigentlich ungewaschene Kinder sind, die Eva einst vor dem Herrgott verstecken wollte? Oder dass der Begriff „Geysir“ ursprünglich der Name eines ganz bestimmten Geysirs war, der dann stellvertretend für alle unterirdischen Heißwasserquellen, die regelmäßig Wasser durch die Erdkruste in die Höhe schießen, übernommen wurde? Oder das Island mit der Geothermie eine deutlich sauberere Energiegewinnung nutzt, als wir in Deutschland, zum Beispiel durch Kohle- und Atomkraftwerke? Selbst das Warmwasser aus der Leitung ist eigenartig, es riecht und schmeckt leicht schwefelig und ist stark siliciumhaltig – die Brille sollte man sich also besser mit dem Kaltwasser reinigen. A propos Plattentektonik: wusstet ihr, dass sich die nordamerikanische und die eurasische Platte in etwa so schnell auseinander driften, wie ein menschlicher Fingernagel wächst? Geologisch gesehen, ist das ganz schön schnell, finde ich.

Island_versteinerter_Troll
Steinerner Troll schaut ums Eck (Foto: Chrisysreiseblog, 2017)

Mit einem Gerücht, dass mir immer wieder begegnet ist, möchte ich an dieser Stelle auch aufräumen: Es gab in Island weder ein Ministerium für Trolle und Elfen, noch gab es eine Elfenbeauftragte. Selbst eine bekannte deutsche Zeitung hat darüber berichtet! Also, lasst euch keine Märchen erzählen, das gab es wirlich nicht, wie ich aus zuverlässiger isländischer Quelle bestätigt bekommen habe.

Wenn ihr auch schon einmal in Island wart und lustige oder interessante Geschichten erzählen könnt, dann schreibt doch gerne einen Kommentar. Ich freu mich auf mehr Kurioses, Schönes & Witziges 🙂